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Seien Sie bereit, Ihr Unternehmen wie Lego-Steine ständig umzubauen
Mit diesem eingängigen Bild beschreibt Peter Drucker das erfolgreiche Unternehmen der Zukunft: Es ist einem Gebäude aus Lego-Steinen vergleichbar. Man kann alle seine Bestandteile schnell auseinanderbauen und zu einer neuen Form wieder zusammensetzen. Jeder Stein passt auf jeden.
„Lego-Steine sind das Sinnbild der flexiblen Organisation“, formuliert der Urvater der Management-Denker in seiner Zukunfts- Agenda, die er kurz vor seinem Tod niederlegte. Jedes der Plastik-Klötzchen steht für einen bestimmten Typ von Ressource – es gibt Mitarbeiter-Legos, Produktions-Legos, Finanzierungs-Legos, Immobilien-Legos, Ideen-Legos und andere mehr. So weit sein Grundmodell.
Überdies weist Veteran Drucker auf einen weiteren Punkt hin:
Unternehmer, die künftig Erfolg haben wollen, sollten sich auf veränderte Bedingungen einstellen
Über Jahrzehnte galt es, an einem Spiel teilzunehmen, dessen Regeln weitgehend feststanden. Diese waren allen bekannt, der Gegner hielt sie ebenso ein wie der Unternehmer selbst. Für übersichtliche Märkte stand ein begrenztes Spielbrett, für jeden Spielzug gibt es nur eine begrenzte Menge von Möglichkeiten.
Auf diese einfache Welt kann der Unternehmer in Zukunft nicht mehr bauen.
Denn selbst der kleinste 2-Mann-Betrieb kann sich künftig Kunden rund um den Globus suchen. Seine Lieferanten kommen nicht mehr aus dem Umkreis des örtlichen Kirchturms, sondern von überall.
Die Kunden verfügen über dieselben Reichweiten: Heute bestellt das 15-jährige Mädchen sein Sweatshirt aus Pakistan, morgen vergleicht der Familienvater Preise für eine Digitalkamera – das eine Angebot kommt von einem Händler in den USA, das andere von einem E-Bay-Profi aus Ulm.
Schlussfolgerung für den Unternehmer:
Ihr Spielfeld wird größer, das Spiel ist 4-dimensional, Sie sind in mehreren Spielen gleichzeitig unterwegs
Für das Lego-Unternehmen bedeutet das: Das Gebilde ist nie fertig. Kaum ist der Klötzchenbau an einer Stelle beendet, muss an anderer Stelle schon wieder abgerissen und neu gebaut werden, und das fortlaufend.
Dabei kommen neue Legosteine von anderen Unternehmen hinzu, die in das Eigene eingefügt werden. Praktisch gesprochen: Der Unternehmer stellt sich laufend die Frage, wo und durch wen eine bestimmte Wertschöpfung am besten erledigt wird. Beispiele:
- Das Computerunternehmen Dell siedelt seine Callcenter in Texas, Südafrika und Australien an – damit Anrufer rund um die Uhr zu einer Telefonistin weitergeleitet werden können.
- Peri, ein Hersteller und Vermieter von Bauverschalungen, stellt seine Finanzierung um: Es wird immer schwieriger, Kredite zu bekommen. Also legt man in Zusammenarbeit mit der Bank eine Anleihe auf, die das Anlagevermögen finanziert.
- Der Spiele-Hersteller 10Tacle lässt seine Spiele direkt in seinen größten Märkten programmieren, damit die Entwickler möglichst nahe am Geschmack der Kunden sind.
Wann es Zeit ist für einen Umbau der Legosteine, kann sich jeder Unternehmer selbst beantworten.
Peter Drucker stellt dazu diese 3 Praxisfragen:
- Was ist Ihr Geschäft?
- Wer ist Ihr Kunde?
- Was genau ist aus der Sicht des Kunden Ihre Wertschöpfung?
Wann immer Sie heute andere Antworten geben als vor 3 Monaten oder vor einem halben Jahr, ist es Zeit für Anpassungen in Ihrer Organisation: Die Legosteine müssen umgebaut werden, entsprechend den neuen Anforderungen.
Drucker sagt mit seiner 70-jährigen Erfahrung in puncto Unternehmenspraxis:
Die Fragen bleiben gleich, die Antworten ändern sich!
Beispiel: In den USA hat der Internet-Dienst Craigslist den Markt für Kleinanzeigen auf sich gezogen. Die Tageszeitungen müssen sich deshalb in Zukunft nach einem neuen Geschäftsmodell umsehen.
Trendletter-Briefing: Was das für Sie als Unternehmer bedeutet:
- Das Unternehmen der Zukunft ist so gestaltet, dass es jederzeit leicht umgebaut werden kann.
- Die sich ständig verändernden Regeln auf dem Markt sind für den Unternehmer wichtiger als der Blick auf das, was die Konkurrenz tut.
- Strategie wird in Zukunft wie Taktik zum Bestandteil des Tagesgeschäfts.
Für diesen Auftritt wurden Bilder von Ian Wilson aus der Bild-Datenbank Fotolia verwendet.
Dieser Beitrag wurde gesponsert von: Trendletter
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