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Experten-Meinung von:
Dr. Eike Wenzel
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Die Digitalisierung unseres Lebens und was Sie daraus machen können!
2012 wird das Jahr sein, in dem der klassische Handel den enormen Druck spüren wird, der von der neuen Social-Commerce-Welt ausgeht. Zwischen dem Siechtum der Dinosaurier Karstadt und Kaufhof, das uns hierzulande immer noch beschäftigt, und der Dynamik eines fulminanten Social-Commerce-Projektes wie Fab.com liegen Lichtjahre. Fab.com gehört zu jenen unfassbar schnell wachsenden Unternehmen, die den stationären Handel in diesem Jahr in eine ordentliche Sinnkrise stürzen werden (siehe Randspalte Seite 5 im „Zukunftsletter“ 02/2012).
Fab.com verkauft Haushaltswaren, schicke Designmöbel, moderne Kunst und Schmuck. Bislang galt es als ausgeschlossen, hochwertiges Design überhaupt im Internet verkaufen zu können – Fab.com macht daraus ein neues Erlebnis. Das Hollywoodhafte an der ganzen Geschichte: Fab.com kam eigentlich durch eine kreative Katastrophe zustande. Eigentlich war die Seite als Reise-Portal für Homosexuelle geplant.
Doch die Macher Jason Goldberg und Bradford Shellhammer stellten nach einem halben Jahr fest, dass bei einer Community von rund 150.000 Teilnehmern das Ende der Fahnenstange erreicht war. Sie registrierten aber auch, dass ihr kleiner Daily-Deal-Button auf der Seite starken Zulauf hatte. Aus Fabulis.com wurde Fab.com. Nach dem Neustart im Juni 2011 brauchte Fab.com 3 Monate und 600.000 Mitglieder, um schwarze Zahlen zu schreiben. Im November waren es bereits 1,2 Millionen Mitglieder (die Hälfte davon kommt über Facebook und Twitter). Pro Woche werden Produkte im Wert von 1,4 Millionen US-Dollar verkauft.
Die Goldader, auf die Fab.com durch die eigene Pleite stieß: Es gibt im Internet ein enormes Bedürfnis nach schönen Dingen, die von Communities via Twitter oder Facebook bewertet und weiterempfohlen werden. Bislang war der „Schönheitsmarkt“ im Netz jedoch hochgradig fragmentiert und unübersichtlich – jetzt gibt es Fab.com. Das New Yorker Unternehmen wird mittlerweile mit 200 Millionen US-Dollar bewertet und konnte gerade Investorengelder in Höhe von 40 Millionen USDollar einsacken. Unternehmen wie Fab.com (oder Gilt Group oder OneKingsLane) scheren sich nicht darum, in welche Handelskategorie sie gehören (Design? Kunst? Haushaltswaren? Schmuck?). Sie sind radikale Vertikalisten, sie dringen mithilfe ihres kostengünstigen Portal-Modells in mehrere Kategorien gleichzeitig ein und sprengen die alten Marktgesetze auf. Was Fab.com dabei so unwiderstehlich macht: Die Produkte werden sorgfältig ausgewählt, Massenware hat keine Chance. Und zur gleichen Zeit, als Billighuber Groupon die Hälfte seines Internet-Traffics einbüßte (November 2011), erzielte Fab.com neue Rekorde (5.000 Neukunden pro Tag!).
Von hier aus wird deutlich, weswegen Sie, liebe Leserinnen und Leser, die neue Welt des Social Commerce und der vertikalen Händler im Auge behalten sollten. Sie erreichen die schönheitssüchtigen Massen, weil sie Konsum als Herzensangelegenheit, als etwas Spannendes und als kommunikatives Vergnügen begreifen.
Jetzt wissen Sie, wie Karstadt 2.0 geht!
Dr. Eike Wenzel

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